Geänderte Rahmenbedingungen für Stromproduzenten

Im Verlaufe des 2014 und besonders anfangs 2015 haben sich verschiedene Rahmenbedingungen für dezentrale, erneuerbare Stromerzeugungsanlagen und deren Eigentümer verändert. Falls Sie in der Vergangenheit die Angaben von rwt bereits studiert haben, empfehlen wir Ihnen sich über die Änderungen zu informieren und die nachstehenden Unterlagen nochmals sorgfältig zu studieren.

Geändert haben insbesondere folgende Themen:

  • Eigenverbrauch - neu auch für KEV-Anlagen oder Gemeinschaften
  • Einführung von Einmalzahlungen durch KEV
  • Konsequente Trennung von Energie und HKN bei Entschädigungen
  • Kosten gemäss Verursacherprinzip
  • Vorabklärung Netzverstärkung möglich

Eigentümer und Betrieber von Erzeugungsanlagen konnten sich am 26.5.2015 im Rahmen eines Informationsanlasses über den aktuellen Stand informieren. Die Präsentationsfolien des Anlasses finden Sie hier: rwt EEA Infoanlass 26052015.

Die Annahme der Energiestrategie 2050 am 21.5.2017 durch das Schweizer Volk wird voraussichtlich zu einigen deutlichen Veränderungen für Stromproduzenten führen. Allerdings sind die konkreten Auswirkungen in den meisten Themen noch nicht bekannt. Das Bundesamt für Energie wird bis Oktober/November zahlreiche noch offenen Fragen zu klären haben. Bis zum Inkrafttreten am 1.1.2018 bleibt dann nur sehr wenig Zeit, so dass eine vollständige Umsetzung nicht von Anfang an in allen Punkten möglich sein dürfte.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr rwt-Team.

Strom selbst produzieren

Falls Sie sich überlegen, selber Strom zu produzieren, empfehlen wir Ihnen, die folgenden Informationen zu studieren. Für weitergehend Interessierte sind auch Informationen zu den technischen Randbedingungen, sowie kommerzielle Informationen aufgeführt.

Vorgehen zum erfolgreichen Bau einer EEA - Ablauf bei rwt

rwt hat für Sie einen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen die wichtigsten Schritte von der ersten Information bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme einer neuen Produktionsanlage aufzeigt: Leitfaden EEA bei rwt

Speziell für Photovoltaikanlagen haben die drei Fachverbände VSE, electrosuisse und SwissSolar gemeinsam die Informationsbroschüre "Energie - Sonnenklar" herausgebracht. Die Broschüre kann als PDF heruntergeladen oder in Papierform gratis von den herausgebenden Verbänden bezogen werden (Kontakt siehe unten). Sie können auch bei rwt ein Exemplar beziehen. Melden Sie sich bei uns.

Einspeisemodelle - Eigenverbrauch oder Produktionsmodell

Abhängig von der Grösse der Produktionsanlage (im folgenden EEA genannt) und der vom Produzenten gewünschten Vermarktungsmöglichkeiten für Energie und HKN wird das passende Einspeisemodell und die entsprechende Messinfrastruktur gewählt. Die Lieferung und Installation der Messinfrastruktur sowie die Erbringung der Messdienstleistungen erfolgen ausschliesslich durch rwt.

Grundsätzlich wird zwischen Produktionsmodellen und Eigenverbrauchsmodellen unterschieden:

  • In Produktionsmodellen wird Bezug und Produktion einer EEA separat von weiteren Installationen gemessen und verrechnet resp. entschädigt.
  • In Eigenverbrauchsmodellen wird die EEA direkt an die Installation des Endverbrauchers angeschlossen.

Soll eine EEA die produzierte Energie und die HKN (siehe unten) ans KEV oder an Dritte liefern, gelten in der Regel höhere Anforderungen an die Messinfrastruktur und die Datenlieferung als bei einer Energieabnahme durch rwt.

Das Recht auf Eigenverbrauch gilt generell, auch für Anlagen im KEV, und ist im Energiegesetz explizit festgehalten. Produzenten dürfen die selbst produzierte Energie am Ort der Produktion ganz oder teilweise selber verbrauchen.

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung, Energie und Verkehr (UREK) des Nationalrats hat erläuternd festgehalten,

  • dass erst wenn das Netz des Netzbetreibers zwischen Produktionsanlage und Verbrauch in Anspruch genommen wird, kein Eigenverbrauch mehr vorliegt;
  • dass Eigenverbrauch zeitgleich mit der Produktion zu erfolgen hat;
  • dass Eigenverbrauch auch bei Mietliegenschaften möglich ist;
  • dass von Produzenten keine anderen Preise für den Bezug von Energie verlangt werden dürfen als von vergleichbaren Abnehmern ohne Produktionsanlage; und
  • dass bei Eigenverbrauch in gewissen Fällen die Bildung einer separaten Tarifkundengruppe gerechtfertigt sein kann.

Für Anlagen mit einer Leistung kleiner 2 kVA ist Eigenverbrauch Pflicht. Produzenten grösserer Anlagen haben diesbezüglich Wahlfreiheit. Nebst den gesetztlichen Vorgaben und den Vorgaben der KEV sind in erster Linie Kosten-Nutzen Überlegungen des Produzenten entscheidend für die Wahl des Einspeisemodells. Für Anlagen grösser 30kVA besteht aufgrund vorgeschriebener Anforderungen keine Wahlfreiheit für die Messinfrastruktur.

Das folgende Dokument gibt einen Überblick, welche Einspeisevarianten und Messkonzepte bei rwt unterstützt werden:

Kosten und Preise

rwt unterscheidet EEA, welche eine einmalige Vergütung der KEV oder durch andere Förderprogrogramm erhalten haben nicht von anderen EEA ohne Förderung.

Das folgende Preisblatt listet die aktuell gültigen Kosten von rwt für die Installation der Messinfrastruktur und die Einrichtung im Abrechnungssystem auf. Das Preisblatt führt auch die rwt Preise für die Abnahme von Energie und HKN auf. Bitte beachten Sie, dass rwt keine langfristigigen Abnahmeverträge eingeht und die Abnahme von HKN eine freiwillige Leistung von rwt zu den offerierten Konditionen ist, welche vom EEA Betreiber nicht in Anspruch genommen werden muss.

Anschlusspflicht, Einspeisepunkt, Netzverstärkung

Gemäss Energieverordnung (EnV) ist rwt verpflichtet, Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit dem technisch und wirtschaftlich günstigsten Einspeisepunkt ans Netz anzuschliessen. Die Kosten für die Erstellung der dazu notwendigen Erschliessungsleitungen von der EEA bis zum sogenannten Einspeisepunkt sowie allfällig notwendige Transformationskosten gehen zu Lasten des Produzenten.

Netzverstärkungen ab dem mutmasslichen Einspeisepunkt finanziert rwt in der Regel vor. Auf Gesuch von rwt wird die Elcom die Wahl des Einspeisepunktes überprüfen. Wird die Wahl bestätigt wird die Netzverstärkung durch Swissgrid zurückbezahlt. Falls der Einspeisepunkt durch die Elcom nicht bestätigt wird, kann es zu weiteren Kosten für den Produzenten kommen.

Weiterführende Informationen finden sich bei der Elcom oder bei swissgrid.

System der Herkunftsnachweise (HKN)

Die Entschädigung für eingespeisten Strom besteht aus zwei Komponenten. Unabhänig von Produktionsart und Produktionsort wird der Produzent für eingespeiste Kilomattstunde mit dem eigentlichen Energiepreis entschädigt. Der Energiepreis ist für eine Kilowattstunde Strom aus einer Photovoltaikanlage gleich wie für Strom aus einem Kohlekraftwerk. Zusätzlich kann für den ins Netz eingespeiste Strom sogenannter Herkunftsnachweis (HKN) erzeugt werden. Im Falle von erneuerbarer Energie spricht man auch vom "ökologischen Mehrwert". Diese HKN können als Zertifikat gehandelt und dem Meistbietenden verkauft werden.

Swissgrid ist seit 2007 akkreditierte "Zertifizierungsstelle für die Erfassung, Überwachung der Weitergabe, Ausstellung und Löschung von Herkunftsnachweisen".

Die von Swissgrid ausgestellten Nachweise garantieren die Herkunft des erzeugten Stroms. Sie zeigen auf, aus welchem Kraftwerk und aus welcher Energiequelle der Strom stammt. Für Kraftwerke mit einer Leistung von über 30kVA müssen HKN zwingend erzeugt werden. Kleinere EEA müssen für die Erfassung der HKN explizit bei Swissgrid angemeldet werden.

Beim Herkunftsnachweis (HKN) werden von der Produktion bis zum Endkonsumenten lückenlose Kontrollen durchgeführt. Es werden nur von unabhängiger Stelle beglaubigte Produktions- und Anlagedaten bei Swissgrid erfasst. Mit der Beglaubigung dieser Daten wird garantiert, dass die Produktion einer bestimmten Anlage tatsächlich ins Netz eingespeist wurde und eine Mehrfachvermarktung des ökologischen Mehrwerts ausgeschlossen ist.

HKN können für die ganze eingespeiste Energie erzeugt werden.

Die Erfassung von HKN bei Swissgrid ist Voraussetzung für die Übertragung der HKN an rwt oder Dritte und die entsprechende Entschädigung.

Für das Erfassen und die Übertragung der HKN wird kein Konto bei Swissgrid benötigt. Erkundigen Sie sich bei Swissgrid oder rwt für die beste Vorgehensweise.

Weiterführende technische Informationen

Links

Verband Schweizerischer Energieunternehmen VSE Website
Elektrizitätsverband St.Gallen-Appenzell ESA Website
electrosuisse - Fachverband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik. Website
Swissolar - Schweizerischer Fachverband für Sonnenenergie Website
Swissgrid - Herkunftsnachweise Website
Eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom Website
Bundesamt für Energie BFE - Sonnendach Website